Gehaltsvergleich 2011 erfolgreich
Die CFS-Consulting GmbH hat im August und September 2011 eine Gehaltsstudie in Vorarlberg durchgeführt. An der Studie haben 36 Unternehmen teilgenommen.
Die ausgewerteten Daten und den Bericht zur Gehaltsstudie stellen wir ausschließlich den teilnehmenden Unternehmen zur Verfügung.
Untenstehend finden Sie ein paar generelle Erkenntnisse zur Entlohnung in Vorarlberg – Stand Oktober 2011.


* darunter nur 2 Unternehmen mit weniger als 50 MA
Generelle Erkenntnisse und Auffälligkeiten aus der Studie
„Das Gehaltsniveau in Vorarlberg liegt ca. zehn Prozent über dem Österreichdurchschnitt“
Auffallend ist, dass die Gehaltskurve – das ist der Verlauf des Gehaltsanstiegs von niederen zu höheren Gehaltsklassen – flacher verläuft als in Gesamt-Österreich. Das heißt, angelernte Kräfte werden sogar 12 bis 13 Prozent höher entlohnt als dies in Gesamtösterreich der Fall ist, und ExpertInnen- und Managementpositionen dagegen etwas unterhalb von 10 Prozent. Dazu muss ergänzt werden, dass die höchsten Managementpositionen, CEO’s großer Unternehmen, nicht in die Gehaltsstudie einbezogen wurden.
„Große Unternehmen zahlen schlechter“
Große Unternehmen liegen im unteren Gehaltsniveau (Routine- und Hilfsarbeiten, Positionsklasse 1 bis 4) vergleichsweise tiefer als kleinere und mittelgroße Unternehmen. Das dürfte daran liegen, dass größere Unternehmen in diesem Bereich mehr Hilfskräfte mit Migrationshintergrund einsetzen und die Bezahlung sich dort eng nach den KV-Vorgaben richtet.
Im oberen Gehaltsniveau liegen die großen Unternehmen ebenfalls tiefer als kleinere Unternehmen. Das dürfte daran liegen, dass große Unternehmen mehr Führungsebenen installiert haben – mit dem Effekt, dass dies gehaltlich auf die unteren Gehaltsebenen drückt.
„Technische Fachkräfte werden nicht vergoldet“
Technische Fachkräfte sind nicht signifikant besser bezahlt als ihre KollegInnen in der Produktion. Das erstaunt auf den ersten Blick, da laufend über einen Mangel an Technikern geklagt wird.
Dass sich dies nicht im Gehaltsniveau wiederspiegelt, dürfte an unterschiedlichen Arbeitszeiten liegen. Techniker, die vielfach in Projekten tätig sind, oft mit Engpässen, Terminproblemen usw., werden häufig mit Überstundenpauschalen entlohnt oder mit All-In-Verträgen. Dieser Umstand wird im Gehaltsvergleich berücksichtigt, indem das Beschäftigungsausmaß über 100 Prozent angesetzt wird. Unter dem Strich erhalten dann solche Personen sehr wohl höhere Gehälter, die allerdings durch Mehrarbeit begründet sind.
„Fachkräfte in gehobenen Handelsunternehmen kommen besser weg als allgemein erwartet“
Fachkräfte und Expertenpositionen im Handel mit anspruchsvollen Gütern werden besser bezahlt als vergleichbare Positionen in Produktionsunternehmen. Das erstaunt auf ersten Blick, könnte sich jedoch so erklären: Organisations- und Kompetenzbereiche in Handelsunternehmen sind tendenziell kleiner als jene der größeren Produktionsunternehmen. Damit sind die Organisationsbereiche im Handel mit weniger, also nur einzelnen Personen ausgestattet, die dann als „Schlüsselpersonen“ gelten und dementsprechend etwas höher bezahlt werden.
Gehaltsschere in Vorarlberg
Außerdem hat uns aus aktuellem Anlass interessiert, wie sich in Vorarlberg die Gehaltsunterschiede der Frauen gegenüber den Männern darstellen.

Schlagzeile in den Vorarlberger Nachrichten vom 4.10.2011
In den Medien ist von einem 25 %igen Gehaltsunterschied gesprochen worden. Diese große Differenz haben wir bei unserer aktuellen Marktstudie nicht festgestellt. Die Marktstudie zeigt ein differenzierteres Bild.
Frauen verdienen schlechter als Männer, aber: Der Unterschied ist deutlich geringer als 25 %.

Die Positionsklassen 23 bis 26 (Anforderungswerte 81-90 bzw. Besch. Gruppe K) konnten aufgrund des geringen Datenvolumens nicht ausgewertet werden.
Erkenntnis: Je höher die Anforderungen an die Stelle, desto deutlicher ist der Gehaltsunterschied. Allerdings ist der Gehaltsunterschied in den Positionsklassen 17 bis 22 auch auf den Altersunterschied zwischen Männer und Frauen zurückzuführen. Männer sind in dieser Positionsklasse durchschnittlich 44 Jahre alt, Frauen sind durchschnittlich 39 Jahre alt. Auch in der Positionsklasse 12 bis 16 ist ein Altersunterschied feststellbar. Hier wirkt die durch die Kollektivverträge geprägte Seniorität besonders stark.
